20 Jahre SDS GEOS

Die österreichische SDS (Software Daten Service) ist als führender Anbieter herausragender Lösungen im Bereich Financial Market Operations, Regulatory Reporting und Compliance für die internationale Finanzdienstleistungsbranche bekannt. Das Portfolio des Unternehmens umfasst ausgereifte Softwareprodukte und Dienstleistungen für alle kunden- und marktbezogenen Prozesse, von der globalen Wertpapier- und Derivateverarbeitung über die regulatorische, steuerliche und Compliance-Automatisierung und lösungsbasiertes Consulting.

Das Flaggschiff-Produkt SDS GEOS gehört seit nunmehr 20 Jahren zu den führenden Lösungen für Financial Market Operations und deckt die gesamte Wertschöpfungskette, von der Wertpapierorder – über das Settlement bis zur Verarbeitung von Corporate Actions für sämtliche Wertpapiergattungen in einer Lösung ab. Ergänzt wird das Leistungsspektrum von SDS GEOS mit Softwarelösungen für die Erfüllung regulatorischer Vorgaben wie MiFID II, CRS, FATCA, QI sowie MAD/MAR. Das Produktportfolio von SDS wird von über 250 Experten laufend an technische, fachliche und regulatorische Anforderungen des Marktes angepasst und definiert damit neue Anwendungsstandards. Die hohe Flexibilität durch Parametrisierung und die Plattformunabhängigkeit von SDS GEOS ermöglichen eine Vielzahl von Betriebsmodellen zur Optimierung für die jeweilige Kundensituation.

Zu den aktuellen SDS GEOS-Kunden in Europa gehören u.a. die österreichischen Finanzinstitute UniCredit Bank Austria, Raiffeisen Bankengruppe und BAWAG P.S.K., die BCEE in Luxemburg sowie der deutsche Marktführer im Wertpapier-BPO-Business HSBC Transaction Services, die für europäische Privatbanken, Online-Broker, aber auch als regionaler Subcustodian für den HSBC-Konzern tätig ist. Durch die Anfang 2018 bekannt gegebene Kooperation mit der Commerzbank verdoppelt sich das über SDS GEOS abgewickelte Transaktionsvolumen der HSBC Transaction Services. Damit gehört SDS zu den größten Anbietern von Standardsoftware für die internationale Finanzindustrie in Europa.

Die Erfolgsgeschichte von SDS GEOS dauert nun seit über 20 Jahren an, und ist ein interessantes Beispiel dafür, wie eine hochkomplexe Softwarelösung in einem engen Markt dauerhaft modern gehalten werden kann.

Die Implementierung eines neuen Wertpapierabwicklungssystems war und ist für ein Finanzinstitut ein risikoreiches und kostspieliges Unterfangen und damit eine langfristige Investition. Vor über 20 Jahren entwickelt, wurde SDS GEOS auf den modernsten Standards und mit einer an langfristiger Wartbarkeit orientierten fachlichen und technischen Architektur entworfen, und bis heute stets fachlich und technisch aktuell gehalten. Im Fall von SDS GEOS hat sich das für die Lizenznehmer mehr als bezahlt gemacht, sind doch die meisten Kunden der ersten Stunde auch heute noch hochzufriedene SDS GEOS-Anwender.

Fachlich wurde auf Grundsätzen wie einer uneingeschränkten Mehrmandantenfähigkeit, der Unterstützung für zahlreiche Sourcingmodelle, einer Mehrländerfähigkeit und Mehrwährungsfähigkeit entwickelt. Damit gehen die Möglichkeiten, die SDS GEOS dem Anwender bietet, weit über die Optimierung der eigenen Abwicklungsprozesse hinaus. Es wird Arbeitsteilung innerhalb von Konzernen ermöglicht, beispielsweise durch die Zentralisierung von Markt- und Lagerstellenzugängen, und es wird das Angebot von Dienstleistungen wie Asset Servicing auf effiziente Art und Weise unterstützt. Nicht umsonst hat sich HSBC Transaction Services mit einem exzellenten Serviceportfolio auf Basis von SDS GEOS zum unbestrittenen Marktführer in punkto Kosten und Servicequalität in Deutschland entwickelt. Dazu trägt natürlich auch die im Lauf der Jahre entwickelte enorme fachliche Tiefe von SDS GEOS bei. Es gibt heute kaum noch einen Geschäftsfall, ein Gebührenmodell oder eine Corporate Action, die sich mit SDS GEOS nicht weitgehend automatisiert und sauber abwickeln lässt.

Bei den zahlreichen fachlichen und technischen Standards hat sich bereits beim Design von SDS GEOS abgezeichnet, dass diese regelmäßigen Änderungen unterworfen sein würden, und es wurde entsprechende Vorsorge dafür getroffen. Regeln, die raschen und individuellen Änderungen unterworfen sind, können weitgehend durch Parametrisierung sofort und ohne Zutun des Herstellers geändert werden. Beispiele sind Gebührenmodelle, Leitwege, Lagerstellen, Freigaberegeln oder Steuern. Standards, die regelmäßigen Änderungen unterworfen sind, wie die WM Änderungsdienste für Gattungsstammdaten oder SWIFT Nachrichten, werden seit 20Jahren von SDS sauber gepflegt und pünktlich geliefert.

Über diese absehbaren und daher gut planbaren Entwicklungsschritte hinaus gibt es wesentlich aufwändigere und risikoreichere Marktveränderungen, die entsprechend anspruchsvoller zu implementieren sind. Seit seiner Kommissionierung hat SDS GEOS zahlreiche große Umwälzungen gesehen. Der Bogen spannt sich mittlerweile von der Euro-Umstellung über die Anpassung an den deutschen und Schweizer Markt, die Implementierung von ISO 15022 und 20022, TARGET2-Securities, US QI, Abgeltungssteuer und neue Vermögenszuwachsbesteuerung für Kapitalanlagen (Wertpapier-KESt neu) bis hin zu den großen Marktreformen MiFID und MiFID II.

Auch technologisch sind 20 Jahre eine lange Zeit, und die technologische Pflege eines solchen Großproduktes ist die Grundlage, um es dann fachlich am Puls der Zeit halten zu können. Die Aufgabe ist alles andere als trivial, und es gibt zahlreiche Beispiele für ähnlich große Softwareprodukte, die allein schon wegen veralteter Programmiersprachen und Systemumgebungen de-kommissioniert werden mussten.

Mit SDS GEOS hat SDS gezeigt, dass auch andere Wege möglich sind. Die Produkte der SDS laufen nicht nur auf klassischen IBM Mainframe-Umgebungen, sondern auch auf offenen Betriebsplattformen, beispielsweise LINUX/Oracle. Das ist keine Kleinigkeit, weil sich die Umgebungen in der Programmierung für einen wirklich performanten Betrieb doch deutlich unterscheiden. Die Möglichkeiten, die sich den Benutzern dadurch eröffnen, sind allerdings enorm. Um einen Umstieg zu erleichtern, arbeitet SDS an einer Architektur, die eine teilweise Migration von Funktionen weg vom Mainframe auf offene Systemumgebungen ermöglicht. Damit erfolgt gleichzeitig auch eine schrittweise Überarbeitung des Front-Ends und der gesamten User Experience.

Neue Front-Ends ermöglichen nicht nur den traditionellen Nutzern von SDS GEOS ein besseres Arbeiten, es eröffnen sich auch Möglichkeiten für neue Anwender. Überwachungsaufgaben können so besser erfüllt werden, die Applikation in eigene Anwendungen eingebettet werden, und selbst Dritte, wie beispielsweise institutionelle Kunden, können mit minimalen IT-Kosten direkt auf die Applikation zugreifen, um beispielsweise Weisungen zu erteilen. Der Gedanke lässt sich natürlich nahezu beliebig weiterspinnen, bis hin zu privaten Investoren, die beispielsweise über Apps Weisungen autorisieren und an Hauptversammlungen teilnehmen könnten.

Die Integration und Interaktion mit diesen aktuellen Möglichkeiten ist eine der großen Triebfedern für die Weiterentwicklung von SDS GEOS. Dieses Jahr ist es einem unserer Kunden gelungen, mit einem sehr schlanken Projekt einem Fintech eine Abwicklungsplattform zu bieten. Für SDS ist das erst der Anfang hin zu immer kostengünstigeren und granulareren Services, die im Portfolio der Firma angeboten werden können. Dazu ist eine Fortsetzung der laufenden technischen wie fachlichen Entwicklung von SDS GEOS in separat benutzbare und implementierbare Produkte geplant. Die ersten Schritte auf diesem Weg sind bereits getan, und werden es in absehbarer Zeit den Nutzern ermöglichen, neue Dienstleistungen am Markt anzubieten.

Zwanzig Jahre nach dem ersten Einsatz von SDS GEOS präsentieren sich die Software und das Unternehmen unverändert jung und agil. Auch in den kommenden Jahren werden systematisch die nötigen Schritte gesetzt, um – gemäß dem SDS-Kundenversprechen – den State-of-the-Future für das Wertpapierabwicklungsgeschäft und seine nahe Umgebung zu definieren.

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Ist „Banking as a Platform“ das Modell der Zukunft?

Am 4./5. Dezember 2018 fand die mittlerweile 24. Handelsblatt Jahrestagung Banken-Technologie in Frankfurt statt. Wir als SDS waren mit einem Stand vertreten, um unsere Produkte GEOS, i:Reg, m:Cost und c:Conform sowie unsere Firma zu präsentieren. Der Themenfokus des Events war diesmal auf „Banking as a Platform“ gerichtet.

Die Plattformökonomie ist in anderen Branchen bereits seit Jahren eine fixe Größe. Amazon als bestes Beispiel agiert als zentraler internationaler digitaler Marktplatz. Flüge werden oft über Reiseplattformen statt direkt bei den Fluggesellschaften gebucht, ebenso Hotels, um nur ein paar bekannte Beispiele zu nennen.

Bei den Banken ist eine ähnliche Entwicklung voll im Gange. Laut der Unternehmensberatung Roland Berger verfügen Plattformen bei Produkten für Privatkunden schon über 30% Marktanteil beim Neugeschäft, Tendenz steigend. Eine gewagte These wurde geäußert: „In 5-10 Jahren werden Bank-Services im Hintergrund verwendet, d.h., dem Kunden wird es egal sein, welche Bank das Service anbietet.“ Das Bank-Service wird dann quasi zur Commodity.

Ein gemeinsames Thema ist, dass es für Banken angesichts des technologischen Wandels und der Kundenerwartungen zunehmend herausfordernder wird, ihre derzeitigen Betriebsmodelle aufrechtzuerhalten. Einige Marktbeobachter gehen davon aus, dass ein erheblicher Teil der Einnahmen der Banken, insbesondere im Privatkundengeschäft, in den nächsten zehn Jahren gefährdet ist. Andere prognostizieren, dass die Banken die neuen Wettbewerber aufnehmen oder ihnen Konkurrenz machen können, während sie gleichzeitig ihre eigene Leistungsfähigkeit und Effizienz verbessern werden.

Die wichtigste Frage hinsichtlich der zukünftigen Szenarien des Bankensektors ist, welcher Akteur die Kundenbeziehung bzw. Schnittstelle verwaltet und welcher Akteur letztendlich die Dienstleistungen erbringt bzw. das Risiko eingeht. Der Aufstieg der Fintech-Innovationen und die Entwicklung der Tech-Giganten in den Bankbereich resultiert schon heute in einen Kampf um Kundenbeziehung und Kundendaten. Das Ergebnis dieses Kampfes wird entscheidend für die zukünftige Rolle der Banken sein. Dabei unterstreichen alle Experten, dass eine Bank alleine nicht alle Finanzbedürfnisse abdecken kann. Die Öffnung der Systeme (Stichwort „Open Banking“) gegenüber Drittanbietern wird dabei einer der zentralen Erfolgsfaktoren.

Beispielsweise wählt die Deutsche Bank als Digitalisierungsstrategie einerseits die Transformation ihres Kerngeschäftes und andererseits die Erschließung neuer Geschäftsmodelle durch Digital Ventures. Dabei bietet die Deutsche Bank laut Hrn. Pertlwieser bereits eine Vielzahl an plattformbasierten Geschäftsangeboten, wie die Digitale Hausbank, diverse Finanzmarktplätze als auch „Beyond Banking“ – Ökosysteme (über die Deutsche Bank API). Die Deutsche Bank plant, sich zur Plattform für alle Fragen rund um Finanzen zu entwickeln. Das mobile Banking sieht die Deutsche Bank dabei als erfolgskritischen Zugang zur digitalen Plattform. Schon heute ist der Anteil der mobilen Logins in der Deutschen Bank bei 62%.

Bei der Datensicherheit – als ein wichtiges Puzzle in der Digitalisierung – steigen derzeit die Banken scheinbar noch als Gewinner im rasanten Wettbewerb mit FinTechs und Tech-Giganten aus. Laut einer Umfrage der Deutschen Bank im Jahr 2018 vertrauen diesbezüglich 46% ihrer Hausbank, was weit über jenen Werten der neuen Mitbewerber liegt.

Mittlerweile verfolgen immer mehr Marktteilnehmer eine Plattform-Strategie. Da eine Plattform aber vor allem über Skaleneffekte funktioniert, wird ein harter Ausleseprozess erwartet. Wie in anderen Branchen gehen die meisten Beteiligten davon aus, dass nur wenige Bankenplattformen den Markt dominieren werden, wobei dieser Wettbewerb im ersten Schritt national erwartet wird. Als gut positioniert werden die BBVA in Spanien, die BNP Paribas in Frankreich sowie die niederländische ING angesehen.

Tiefere Einsichten in die digitale Transformation bei der Commerzbank sowie Einblicke in die moderne Open Banking-Lösung der Hypothekarbank Lenzburg AG rundeten das Programm der Handelsblatt-Tagung ab.

Chancen und Möglichkeiten einer universalen Tax Engine für die Finanzindustrie

Der Themenkomplex Steuern wird in absehbarer Zukunft ein wesentlicher Faktor in den Anstrengungen der Finanzindustrie für eine bessere regulatorische Compliance bleiben. Fragmentierte Systemlandschaften, schwer wartbare Altsysteme und eine spartenorientierte Siloarchitektur stehen einer zuverlässig korrekten steuerlichen Behandlung von Assets und Transaktionen entgegen. Kann Berechnung, Einbehalt und Bescheinigung von Steuern durch den Finanzdienstleistungssektor ein zukunftsorientiertes Szenario für eine zentrale Softwarelösung darstellen?

Der Finanzdienstleistungssektor wird in Europa und weltweit in den letzten Jahren immer stärker in die Gewährleistung der Steuerkonformität seiner Kunden einbezogen. Dies beinhaltet Berechnung, Einbehalt, Abfuhr und Meldung von Steuern. Vor diesem Hintergrund wird der Themenkomplex Steuern in absehbarer Zukunft ein wesentlicher Faktor in den Anstrengungen der Finanzindustrie für eine bessere regulatorische Compliance bleiben.

Hohe Komplexität und vielfältige anforderungen

Für die betroffenen Finanzdienstleister ist das eine in mehrfacher Hinsicht herausfordernde Situation. Häufige Änderungen der relevanten Gesetzgebung, sensible Kundendaten, besondere Sorgfaltspflichten, Kostenaspekte und Auditanforderungen spannen ein schwierig zu balancierendes Netz aus Anforderungen an IT, Operations und Management. Für international agierende Konzerne erhöht sich die Komplexität zusätzlich durch die häufig gravierenden Unterschiede in den landesspezifischen Steuergesetzen.

Kompetenzzentren statt silos

Oft stehen fragmentierte Systemlandschaften, schwer wartbare Altsysteme und eine spartenorientierte Siloarchitektur einer Gesamtsicht auf den Kunden und einer zuverlässig korrekten steuerlichen Behandlung seiner Assets und Transaktionen entgegen. Historisch gewachsene Applikationslandschaften mit einer klassischen Siloarchitektur stoßen diesbezüglich an ihre Grenzen. Sie sollten durch Applikationen, die an zentraler Stelle und über mehrere Asset-Klassen hinweg Steuern handhaben können, ergänzt werden. Das erleichtert nicht nur die Prüfung der Steuerkonformität, sondern könnte auch die technische Basis für den Aufbau länderübergreifender „Kompetenzzentren“ liefern. Wichtig ist, dass solche zentralen Applikationen sowohl übergreifende wie auch länderspezifische Steuern in geeigneter, entsprechend gekapselter Form abbilden. Wegen der oft nur kurzen Umsetzungszeiten für steuerliche Änderungen sollten die Applikationen auch möglichst viel an Fachlogik durch Konfiguration statt Programmlogik abbilden können.

eine universale tax engine für die Finanzindustrie

Kann Berechnung, Einbehalt und Bescheinigung von Steuern durch den Finanzdienstleistungssektor ein zukunftsorientiertes Szenario für eine zentrale Softwarelösung darstellen?

Eine zentrale Softwarelösung, die auf der Erfahrung vergangener Jahre basiert und die speziellen Herausforderungen in diesem Umfeld berücksichtigt, bildet dabei folgende Designvorgaben ab:

  • Steuern sind landesspezifisch
  • Datenbedarf und Berechnungslogik sind zum Zeitpunkt des Lösungsdesigns nicht mit Sicherheit festlegbar
  • Kosten und Risiken für Betrieb und Implementierung sind zu minimieren
  • Resultate müssen erklär- und nachvollziehbar sein
  • Die Handhabung großer Transaktionsvolumina muss möglich sein
  • Serviceorientierte Architektur ist zu unterstützen

Ergebnis: Ein allgemeines Framework für die Steuerberechnung und Bereitstellung von steuerlich relevanten Daten mit hoher Flexibilität und Zuverlässigkeit.

fazit

Gerade im Umfeld international weitgehend einheitlicher Steuerregimes wie beispielsweise Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), insbesondere der amerikanischen Quellensteuer, würden sich mit einem derart zentralen Spezialprodukt für die internationale Finanzindustrie attraktive und serviceorientierte Lösungen bis hin zu APIs für eine zukünftige „Banking-as-a-Platform“-Welt implementieren lassen.

Insbesondere für große Institutionen bietet eine hochmoderne Applikationsarchitektur die Chance, das heikle Thema Steuern in einer leichter wartbaren und überschaubaren Systemlandschaft zu implementieren.

Datenqualität als chronische Herausforderung.

Es ist eine unangenehme Wahrheit, die gerne übersehen wird: Die Stammdaten sind oft nicht so gut wie man sie gerne hätte. Konkret für das CRS- und FATCA Reporting ist eine sehr hohe Datenqualität notwendig, um korrekte und vollständige Meldungen an die jeweiligen Steuerbehörden zu erzeugen. In der Praxis bleiben oft Datenlücken, deren Behebung aufwendig und kostspielig sein kann. Mit unserer Softwarelösung i:Reg werden diese Lücken rechtzeitig erkannt und können mit den Finanzinstituten behoben werden.

Wir sprechen hier von Datenqualität, genauer gesagt die nicht-immer-ausreichende Datenqualität, und wie diese nachhaltig verbessert werden kann. Speziell für das CRS- und FATCA Reporting ist eine sehr hohe Datenqualität notwendig, um korrekte und vollständige Meldungen an die jeweiligen Steuerbehörden zu erzeugen.

Heutzutage haben die Finanzinstitute klare und umfassende Vorgaben darüber, welche Informationen über ihre Kunden und Kundinnen zu erfassen sind. Manche Vorgaben sind gesetzlich, manche stammen aus internen Prozessen. Die zu früheren Zeiten weniger vorhandenen Vorschriften und Formulare, verursachen heutzutage Herausforderungen in Bezug auf die Vollständigkeit der Stammdaten. Aus der Vergangenheit entstandene Datenlücken werden meist erst beim nächsten Kundentermin, welcher oft in ferner Zukunft liegt, nacherfasst. Beispielsweise gab es in 2015 noch keine Anforderung, für CRS die TIN Verifikation oder die Durchführung einer Plausibilitätsprüfung.

Datenlücken müssen im kernsystem behoben werden

Im Kernsystem eines Finanzinstituts mag es unwesentlich sein, ob für einen Kunden/eine Kundin das eine oder andere Attribut erfasst ist. Aber spätestens in der weiteren Verarbeitung wird die fehlende, aber notwendige Information zum Stolperstein. Weil die unterschiedlichen nachgelagerten Systeme jeweils unterschiedliche Informationen benötigen, wird die Liste jener Attribute sehr lang, die im Kernsystem als Pflichtfeld zu betrachten sind, auch wenn sie im Kernsystem selbst nicht zwingend notwendig wären.  Also fängt es schon im Kernsystem an – dort, wo die Kundendaten ursprünglich erfasst werden, gibt es entweder kein Feld für gewisse Informationen, oder diese Felder waren in der Vergangenheit nicht zwingend auszufüllen.

problematik: pflichtfelder

In der Tat sind Pflichtfelder ein zweischneidiges Schwert, denn einerseits soll der Kunde ja gänzlich erfasst werden, andererseits soll die Kundenanlage jedoch zügig gehen und nicht von Details geblockt werden, die auch später nacherfasst werden können – vorausgesetzt natürlich, dass diese Nacherfassungen wirklich gemacht werden. Und vorausgesetzt, dass es dafür auch das passende Feld gibt.

Was auch immer die Ursache sein mag, am Ende bleiben dennoch oft Datenlücken, deren Behebung aufwendig und kostspielig sein kann.

unsere softwarelösung i:Reg erkennt datenlücken in rechtzeitig

Aufgrund der gesetzlichen Meldeverpflichtungen an internationale Steuerbehörden sind Datenlücken besonders unangenehm, wenn sie eine korrekte Meldung verhindern können. Um die komplexen Meldungen zu erstellen ist es mittlerweile notwendig, ein Softwareprodukt wie i:Reg einzusetzen. Weil i:Reg die Lücken automatisch erkennt und aufzeigt, wird es den Finanzinstituten möglich, diese systematisch zu beheben.

Die Lücken können direkt in i:Reg gefüllt werden (damit zumindest die Meldungen richtig sind), oder aber man leitet diese wertvolle Information zurück an die Datenquelle – so kann die Datenqualität nachhaltig verbessert werden und auch anderen Systemen zu Gute kommen.

fazit

Es zahlt sich aus, die Datenqualität schon direkt bei der Quelle zu korrigieren, um sich immer wiederholende Probleme zu vermeiden und gleichzeitig Kosten zu sparen. In den Worten von John Wooden „If you don’t have time to do it right, when will you have time to do it over?“

SDS GEOS Community wächst.

GEOS bereit für Linux / Oracle

Ein besonders spannendes Thema für die gesamte Community ist die mögliche Migration von GEOS-Instanzen auf eine Linux/Oracle-Umgebung. GEOS befindet sich schon seit vielen Jahren unter Linux in Produktion, neu dazugekommen ist jetzt die optimierte Implementierung für das Datenbanksystem Oracle. Mit der ING DiBa Austria gibt es auch schon einen ersten Lizenznehmer für diese Konfiguration. Erste groß angelegte Tests im Oracle Testlabor zeigen, dass auch die Volumina größerer Kunden problemlos verarbeitet werden können. Einige weitere Maßnahmen zur Performanceoptimierung sind schon umgesetzt und müssen lediglich noch verifiziert werden, so dass demnächst GEOS zur Verarbeitung der größten am Markt zu findenden Transaktionsvolumina auch unter Linux/Oracle in der Lage sein wird.

regulatorische themen 2018

Über einige abschließende Arbeiten zu MiFID II hinaus gibt es in 2018 mit den Meldeverordnungen zu SFTR und CSDR zwei potentiell größere neue Themen zu erledigen. Besonderes Interesse findet natürlich die DSGVO, für die wir wichtige Funktionen fristgerecht verfügbar gemacht haben. Ob noch weitere Arbeiten nötig sind, wird wohl auch von der noch ausständigen Verordnung der Datenschutzbehörde und von der Auslegung der Gesetze abhängen.

Mit dem Erwachsenenschutzgesetz (2. ErwSchG), das am 1. 7.2018 in Kraft tritt, ist eine weitere wichtige Aufgabe zu erledigen. Die nötigen Anpassungen an die Depotstammdaten, mit denen die Rollen der handelnden Personen sauber abgedeckt werden können, werden fristgerecht erledigt sein.

DIe GEOS community wächst

Mit dem Gewinn eines Mandates der Commerzbank für die Übernahme von Abwicklungsdienstleistungen hat die HSBC in Deutschland Ende letzten Jahres einen sehr großen Vertrag abgeschlossen, mit dem sich die Abwicklungslandschaft in Deutschland grundlegend verändert. Mit Going Live in 2020 wird die mit Abstand größte Abwicklungseinheit im deutschen Markt entstehen, und entsprechend groß ist das Interesse des gesamten Marktes am Verlauf und Erfolg des Implementierungsprojektes. In einem spannenden und auch sehr persönlich gehaltenen Vortrag gab Herr Medler-Ulff, Geschäftsführer der HSBC Transaction Services, interessante Einblicke in das Projekt und in die organisatorischen Maßnahmen, mit denen die durch den straffen Zeitplan erforderliche agile Umsetzung ermöglicht wird.

Dieses große Vorhaben ist nicht nur für HSBC Deutschland, sondern auch für die gesamte Community der User von GEOS interessant. Es ist ein starkes Signal, dass GEOS unverändert die modernste, zukunftsfähigste und für die effiziente Verarbeitung großer Volumina am besten geeignete Plattform in unserem Markt ist.

Als Neuzugang im Bereich der direkten Lizenznehmer von GEOS dürfen wir auch die ING-DiBa Austria begrüßen, die sich entschlossen hat, ihre Wachstumspläne auf einer eigenständigen Instanz von GEOS weiterzuverfolgen

neues aus unserem produktportfolio

User Experience: Web UX Klimt

SDS liefert eine neue Benutzeroberfläche. Web UX Klimt wird basierend auf dem bekannten Framework Angular eine intuitive und moderne Web-Oberfläche für unsere Produkte zur Verfügung stellen. Als erstes Produkt wird das Wertpapier-Compliance-Tool c:Conform (Weblink einfügen) in der neuen Oberfläche verfügbar sein. Weitere bestehende und neu entwickelte Produkte werden folgen.

Automatisierung im Exception Handling mit künstlicher Intelligenz

Exception Handling ist unverändert weitgehend manuelle Arbeit und macht einen bedeutenden Teil der manuellen Eingriffe in unseren Applikationen aus. Traditionelle Methoden der Automatisierung sind weitgehend ausgereizt. In einem spannenden Projekt wollen wir die Anzahl der Exceptions, die manuell bearbeitet werden müssen, weiter reduzieren. Die dafür in Betracht gezogenen Methoden reichen von regelbasierten Systemen bis zum Einsatz von künstlicher Intelligenz.

Funktionale Weiterentwicklung

Neben den technologischen Neuerungen und den Funktionserweiterungen aus regulatorischen Gründen bieten wir mit den kommenden Releases auch wieder neue Zusatzprodukte zu GEOS an, beispielsweise zum Proxy Voting, zur Verarbeitung von Corporate Actions nach Stichtagsart actual, und im Umfeld der Pflege von Parametrierungen.

FAZIT

Wir haben uns über die gelungene Veranstaltung und die freundliche Atmosphäre gefreut, und wünschen uns einen erfolgreichen nächsten Termin im Herbst, bei dem wir unsere Kunden gerne wieder begrüßen würden.

MiFID II, Brexit, Digitalisierung der Finanzbranche – ein Auszug der Themen vom Finanzplatztag 2018

Fast 700 registrierte Teilnehmer aus Instituten von A, wie ABN Amro bis Z wie Ziraat Bank sorgten für gut gefüllte Vortragsräume, lange Schlangen am Buffet und regen Besuch an den Ständen der zahlreichen Aussteller, darunter auch unser Unternehmen.

Den ersten Vortrag hielt – als kurzfristig einspringender Überraschungsgast, Michael Schmidt von der Deka Investments – über ein spannendes Thema: Ein nachhaltiges Finanzsystem für Europa, mit vielen Einblicken in die Arbeit der EU High-Level Expert Group on Sustainable Finance. Die Group erstellt einen Bericht über die Herausforderungen und Chancen eines nachhaltigen Finanzsystems unter Berücksichtigung von Themen, wie Bevölkerungswachstum, Klimawandel und Digitalisierung.

Die Asset Management Branche hat über die Asset Allocation ein gewichtiges Wort bei Investitionsentscheidungen mitzureden und steht damit im Spannungsfeld zwischen dem Auftrag des Investors und dem gesellschaftlichen Ziel der Nachhaltigkeit. Langfristig schließen sich die beiden Ziele nicht aus: nachhaltige Unternehmen bringen auch gute Rendite. Allerdings sind viele Preissignale am Markt, wie zum Beispiel der CO2-Preis, noch zu niedrig, um auch für kurzfristigere Investitionen das Thema Nachhaltigkeit attraktiv zu machen.

Unser Eindruck: Die Finanzbranche hat sich in den letzten Jahren radikal gewandelt. Ein solcher Vortrag unter dem Logo eines großen Asset Managers wäre vor zehn Jahren nicht denkbar gewesen. Ein gutes Zeichen!

Brexit – chance und herausforderung

Der Brexit ist für den Finanzplatz Frankfurt Chance und Herausforderung zugleich. Eines der wichtigsten Anliegen, ist die Verlagerung des Clearings von Euro-Swaps in die EU. Die Deutsche Börse und der ganze Finanzplatz machen sich für Frankfurt als Standort stark, nachdem die Europäische Bankenaufsicht ja nach Paris vergeben wurde.

Unser Eindruck: Verlierer des Brexit wird Frankfurt sicher nicht sein. Eine pragmatische BaFin könnte mehr Institute nach Deutschland ziehen, was für wohl keinen der Teilnehmer des Finanzplatztages ein Schaden wäre.

MiFID II – im bereich des anlegerschutzes ist noch viel zu tun

Über drei Jahre und viele Millionen Euro nach Beschlussfassung ist MiFID II seit einigen Wochen in Kraft. Wie erwartet, kein perfekter Start, aber auch keine Katastrophe. In ihrem Vortrag ging Elisabeth Rögele von der BaFin auf die wesentlichen Themen ein: Handlungsbedarf rund um Tick Size (Zuordnung von Instrumenten zu den von MiFID II vorgegebenen Liquiditätsbändern und dem daraus resultierenden Notierungssprung), Vorhandelstransparenz (Veröffentlichungspflichten für Börsen, MTFs und Systematische Internalisierer) und Meldepflicht für Warenderivate. Die neuen Regelungen zum Anlegerschutz spielen sich gerade ein. Bei der Kostentransparenz gibt es Anlaufschwierigkeiten, auch wegen der mangelhaften Versorgung mit Produktdaten.

Unser Eindruck: Der Start von MiFID II war nicht friktionsfrei. Gerade im Bereich des Anlegerschutzes ist noch viel zu tun, und es ist in Zukunft nach und nach mit strengeren Maßstäben zu rechnen. Die Nacharbeiten dazu werden wohl zumindest bis Ende 2019 dauern.

digitalisierung in der finanzbranche

Erstmals gab es mit dem FinTech Germany Award eine Möglichkeit für FinTechs, sich am Finanzplatztag zu präsentieren. Neben den jungen Startups präsentierten auch etablierte Unternehmen ihre Konzepte für eine digitalisierte Welt. Gerade die Rollen der Abwicklungsbanken und deren Infrastruktur werden ja heiß debattiert. Entsprechend lebhaft verlief auch die Diskussion im Vortrag von Götz Röhr von HSBC Transaction Services über seine Vision von Abwicklungsbanken als Provider einer WpHG- und MiFID II-konformen Infrastruktur. Begleitend dazu hatten auch wir einen Vortrag über die Auswirkungen der digitalen Revolution auf Softwarelösungen, wie unsere Wertpapiersoftware GEOS, in dessen Rahmen wir auch Prototypen für User Experience und den Einsatz von künstlicher Intelligenz in Abwicklungssystemen demonstrieren konnten.

Unser Eindruck: Die FinTechs sind da, allerdings derzeit primär als Nutzer einer Infrastruktur der traditionellen Finanzwirtschaft. Die technologische Herausforderung, diese Infrastruktur attraktiv für neue Marktteilnehmer zu machen, ist enorm. Wirklich wichtig ist es, dass neue Technologien letztendlich die Kunden erreichen und sie zufriedenstellen können.

Wir freuen uns auf den Finanzplatztag 2019!

 

Let‘s do it! Erfolg, durch agile Methoden im Software Testing

Seit Jahren hört man in der Software-Entwicklung nur noch eines: „Wir müssen agil werden!“. Dennoch entwickeln nach wie vor viele Unternehmen ihre Softwareprodukte weiterhin in sequentiell-linearen Prozessen, bei denen die Anforderungen an das Produkt ganz am Anfang und der Test weit am Ende des Softwareentwicklungsprozesses stehen – nicht zuletzt deshalb, da dieses Vorgehen mit seinen klar umgrenzten Phasen für alle Beteiligten intuitiv nachvollziehbar und einfach zu managen ist.

Muss es aber immer der rigide Wasserfall sein, der stur und ohne Umwege nach unten fließt? Wir kennen die Antwort: Nein. Gerade wenn mehrere Firmen zusammenarbeiten – Auftraggeber, externe Softwareentwicklungsfirmen und (Software) Testing Services – und die Softwareprodukte in einer komplexen Systemlandschaft mit vielen Schnittstellen eingebettet sind, ist es die Quality Assistance, bei der am Ende des Projekts die Fäden zusammenlaufen.

Agile testing methoden erhöhen nachhaltig die qualität

Wir bei SDS haben einen Ansatz entwickelt, die möglichen Schwachstellen, die ein rigides, lineares Vorgehen mit sich bringen kann, auszugleichen und beide Welten – Wasserfall und die agile Vorgehensweise – zu vereinen. Damit können wir unseren Kunden punktuell die Anwendung agiler Methoden in der Projektabwicklung anbieten, um die höchste Softwarequalität zu erreichen, ohne dabei den komplett formalisierten Prozess, wie etwa „Scrum“ etablieren zu müssen.

Ein Projekt, das den Erfolg agiler Methodik beweist, ist definitiv das Testing des neuen Angebotes „FamilyBytes“ der T-Mobile Austria [https://www.t-mobile.at/familybytes/]. Diesen Sommer durften wir für unseren langjährigen Kunden T-Mobile Austria, die Qualitätssicherung für dieses neue Telekommunikationsprodukt durchführen. Die besondere Herausforderung bei diesem Projekt bestand einerseits darin, dass der komplette Lebenszyklus eines Produkts mit entsprechend vielen beteiligten Systemen und Schnittstellen (von mobilen Webapplikationen bis zu komplexen Datenbankstrukturen) getestet werden musste. Andererseits war aufgrund von Marketing- und Werbeplanung ein Verzug im straffen Zeitplan keine Option.

mehr effizienz durch den wegfall der Black box”

Der entscheidende agile Baustein für den Projekterfolg von FamilyBytes war der intensive Austausch bereits während der Testspezifikation und Testfallerstellung. In ausführlichen Abstimmungsmeetings wurden die Anforderungen den Testern vorgestellt und erläutert. Die Ansprechpartner auf Kundenseite (Software Architekten, Business Analysten und Delivery Management) waren jederzeit offen für weitere Erläuterungen unklarer Punkte. Durch die intensive Diskussion und Auseinandersetzung mit den Anforderungen sowie punktuelles Nachziehen dieser bei Änderungen und vor allen Dingen durch den regen Austausch im Projektteam während der Testvorbereitung, waren wir zu Teststart optimal vorbereitet und konnten mit gutem Gewissen sagen: Let‘s do it!

Statt, wie in einem linearen Entwicklungsprozess üblich, in einer Blackbox zu testen und erst am Ende der Testphase die neue Software den Stakeholdern aus dem Fachbereich in einer großen Premiere vorzustellen, haben wir in diesem Projekt den intensiven Austausch auch während des Testings weiter gepflegt. Gleich im Anschluss an die Softwarelieferung in die Testumgebung wurde ein gemeinsamer Termin für einen Application-Integration-Test (AIT) angesetzt. Hier trafen sich alle Beteiligten (Design, Architektur, Business Analyse, Entwicklung und Test) zur Evaluierung der Softwarereife.  Anders als im klassischen AIT, lag unser Fokus klar darauf, grundsätzliche Fehler sofort während des Termins nicht nur zu identifizieren und analysieren, sondern auch umgehend zu beheben. Die Projektleitung gewann dadurch schon bei Anfang der QA die Entscheidungssicherheit für ein Go/No-Go hinsichtlich des angestrebten Markteinführungstermins. Und schließlich, nicht zu unterschätzen, bei einem Zusammenspiel mehrerer Unternehmen, stärken derartige Treffen den Teamspirit und den Fokus auf den Erfolg des Projekts.

einbindung der fachabteilungen bereits in der frühen projektphase

Ein weiteres wichtiges agiles Element waren die Testreviews, die von Struktur und Ablauf ähnlich zu den Sprint Reviews, während der laufenden Testphase gemeinsam mit den Stakeholdern aus Produktmanagement und Marketing abgehalten wurden. Auch hier hat man sich das agile Prinzip mit allen Stakeholdern an einem Tisch zu Nutzen gemacht: Die Kunden konnten sich mit der Software bereits vor der offiziellen Abnahme auseinandersetzen und hatten an dieser Stelle noch die Möglichkeit, Input aus fachlicher Sicht zu geben. Durch den frühen Zeitpunkt der Reviews war es auch möglich, mit Change Requests, die aus dieser Auseinandersetzung mit dem fast fertigen Produkt entstanden, die Softwarequalität noch innerhalb desselben Release zu verbessern. Beim abschließenden Abnahmemeeting gab es dann keine unerwarteten Überraschungen, da alle Unklarheiten und etwaige Missverständnisse bereits im Vorfeld geklärt wurden.

Die Testorganisation führte zum großen Erfolg des gesamten Testing Projektes. Delivery Management auf Kundenseite und Testmanagement bei SDS standen in engem, kontinuierlichen Austausch zueinander und ermöglichten dadurch einen klaren Rahmen für die Umsetzung.

Zusammenfassend sind es diese agilen Aspekte, die zum Erfolg des Projektes geführt haben:

  • Zusammenbringen aller Stakeholder für einen gemeinsamen Informations- und Erwartungshorizont statt  horizon instead of „Thinking inside the box”
  • Intensiver Austausch vor und während der Testphase statt One-Way-Kommunikation
  • Kurze Kommunikationswege, statt hierarchischer Ordnung
  • Offener und transparenter Austausch unter allen Beteiligten, statt Silodenken zwischen den Abteilungen und Rollen

Gerade der letzte Punkt ist natürlich nicht vom Test allein abhängig, sondern in einem hohen Maße von der modernen und offenen Arbeitsweise der involvierten Unternehmen. Und hier hatten wir das Glück, Teil eines hochmotivierten Projektteams zu sein. Dennoch waren es auch oben angeführte agile Maßnahmen, die sich positiv auf eine lösungsorientierte „Let‘s-do-it“-Haltung in der Testphase ausgewirkt und somit den klassischen Wasserfall punktuell ersetzt haben. Das Ergebnis: Effizienz, Transparenz und hohe Qualität der Produkte!

Regulatorische Themenfelder 2018

Eine der Nachwirkungen der Krise von 2008 war und ist die Neuregulierung der Finanzmärkte. Diese in der Branche oft auch als „regulatorischer Tsunami“ bezeichnete Welle hat in den letzten Jahren ihren Höhepunkt gefunden. Prominentestes Beispiel dafür ist wohl MiFID II / MiFIR, das Projekte mit vielen Jahren Laufzeit nach sich gezogen hat. Wiewohl es berechtigten Grund zur Annahme gibt, dass diese Welle der Neuregulierung vorerst zu Ende geht, und Aufsichtsbehörden wie Politik erst einmal die Effektivität beobachten wollen bevor neuerliche Justierungen durchgeführt werden, sind auch 2018 eine nicht zu unterschätzende Menge an neuen und alten Themen zu adressieren.

Gemeinsam mit unseren Kunden stellen wir jährlich eine Übersicht dieser Themen zusammen, um die Analyse und rechtzeitige Umsetzung zuverlässig zu ermöglichen.

Nach wie vor am Radar ist der Dauerbrenner MiFID II/ MiFIR, bei denen noch einige weniger hochpriorisierte Themen Feinschliff benötigen. Dazu gehören beispielsweise das Transaktionsreporting nach Artikel 26, bei im Bereich der Corporate Actions (Meldungen bei Stockdividenden mit Wahlmöglichkeit noch Änderungen anfallen, sowie die Meldung von Wertpapierfinanzierungsgeschäften (gleichzeitiger Erwerb und gleichzeitige Veräußerung eines Finanzinstruments ohne Wechsel des Eigentums an diesem Finanzinstrument mit der Pflicht zur Nachhandelsveröffentlichung).

Wertpapierfinanzierungsgeschäfte sind gleichzeitig auch der Kern der SFTR. Für dessen Implementierung werden Datenmodellerweiterungen für Repo/Leihe/Collateral und die Verarbeitung der neunen Attribute in den Meldesätzen notwendig.

Zwei weitere Themen aus MiFID II / MIFIR laufen ebenfalls noch bis 2018 in der Umsetzung: Das eine sind Optimierungen bei der Erstellung von Belegen zur Kostentransparenz über m:Cost, das andere ist die Besteuerung und Buchung von auszukehrenden Zuwendungen. Zuwendungen aus dem Vertrieb von Finanzprodukten müssen ja unter bestimmten Umständen an den Endkunden weitergegeben werden, und unterliegen damit einer Steuerpflicht. In GEOS werden für diese außerhalb von GEOS ermittelten Beträge die Kundenabrechnung, die Buchung, die KESt-/Best-KESt-Ermittlung und Verlusttopf-Anpassung (für Österreich), das Kundenreporting, die Ausgabe in das Steuerreporting, die KESt-Anmeldung und der automatische Informationsaustausch (über i:Reg) erledigt.

Damit ist allein schon mit dem Feinschliff von MiFID II ein signifikantes Arbeitsvolumen gegeben. Dazu kommen noch die „üblichen“ Steuerthemen, in Österreich rund um die Best-KESt und KESt, die in regelmäßig stattfindenden Expertenrunden behandelt werden.

Auch an neuen Themen herrscht kein Mangel: Die Frage der gesetzliche Meldepflicht an die FMA über In-house-Geschäfte die nicht über CSD abgewickelt werden (CSDR-Meldung) ist ab Jänner 2018 zu klären, zur Datenschutzgrundverordnung (SDGVO, GDPR) bestehen bereits laufende Aktivitäten mit einer bereit knappen Deadline für die Umsetzung der relevanten Änderungen in unseren Softwareprodukten, und die Aktionärsrechte-Richtlinie (die zwar erst ab 2020 wirksam wird), sollte ab Herbst 2018 in größerem Rahmen beleuchtet werden.

Damit ist der Überblick über die wichtigsten Punkte gegeben. Natürlich müssen wir damit rechnen, dass im Laufe von 2018 noch weitere heute noch nicht absehbare Themen auftauchen. Wie dem auch sei, mit der Abbildung dieser Anforderungen in GEOS werden wir auch im kommenden Jahr einen wesentlichen Beitrag zur gemeinsamen Aufrechterhaltung eines geordneten und effizienten Kapitalmarktes in Österreich leisten.