FATCA war der Anfang – jetzt folgt OECD CRS

CRS (Common Reporting Standard) Logo

FATCA, v.a. auch die Implementierung über zwischenstaatliche Vereinbarungen (auch unter der Abkürzung IGA bekannt), führte zu einer globalen politischen Initiative für erhöhte Steuertransparenz und zur bevorstehenden internationalen Einführung des OECD-Standards für den automatischen Informationsaustausch.

Gestützt von den G20-Staaten hat die OECD ein einheitliches Vorgehen für den Austausch von Steuerinformationen auf globaler Ebene entwickelt – den Common Reporting Standard (CRS). Die Grundidee dahinter ist die automatische Meldung von detaillierten Informationen über Begünstigte von Offshore-Konten in den Partnerstaaten an deren Ansässigkeitsstaat, ähnlich wie unter FATCA verlangt.

Die weitreichenden Auswirkungen dieser Reportingverpflichtungen sind an Veränderungen des globalen Privatbankenmarktes erkennbar. Klassische Hochburgen für Private Banking, wie z.B. die Schweiz, sind mit einem massiven Rückgang von einst nicht deklariertem Vermögen konfrontiert.

CRS und FATCA IGA1 (eine von mehreren Varianten der Implementierung von FATCA) haben viel gemeinsam, allerdings bestehen viele Unterschiede – sowohl auf Prozess- als auch auf technischer Ebene. Daher bleibt eine Umsetzung von OECD CRS eine Herausforderung, auch nach einer bereits erfolgreichen Implementierung von FATCA.

Was sind die Auswirkungen auf die Meldeprozesse von Finanzinstituten?

Obwohl Reporting im Wesentlichen auf den während des KYC-Prozesses gesammelten Informationen basiert, ist es ein signifikanter Kostentreiber und kann aufgrund von lokalen Regularien sehr komplex werden. Allerdings bietet sich viel Raum für softwaregestützte Automatisierung, was den Bereich für die Reduktion der Gesamtkosten und operativen Risiken interessant macht.

Im Wesentlichen treiben zwei Faktoren den Aufwand, den vor allem ein multinationaler Konzern zu tragen hat:

1.: Die Anzahl der Länder, in denen der Konzern tätig ist. Potentiell kann jedes Land mit einem IGA zu FATCA vom internationalen Standard abweichende Regeln für die lokal ansässigen Finanzinstitute vorgeben (nationale Meldeformate, Ausnahmen aus dem Annex II etc.).

2.: Nochmals komplizierter wird die Lage durch bilaterale Abkommen unter OECD CRS. Hier wird von zahlreichen Ländern ein Netzwerk von gegenseitigen Meldeverpflichtungen aufgebaut, in dem potentiell jede bilaterale Verpflichtung ihre Eigenheiten aufweisen kann. Im schlimmsten Fall kann das zu Hunderten individuellen Use Cases führen. Weiters müssen für CRS gegenüber FATCA zusätzliche Daten erfasst werden, und es ist eine wesentlich größere Anzahl von Konten betroffen.

Automatisierte Lösungen sind attraktiv für große Finanzinstitute und multinationale Konzerne:

Um die CRS-Meldeanforderungen einhalten zu können, benötigen Finanzinstitute beziehungsweise Dienstleistungsunternehmen, die den Reporting-Prozess übernehmen, eine geeignete Softwarelösung.

Je standardisierter der automatische Informationsaustausch, desto attraktiver sind einheitliche, durch eine zentralisierte Lösung unterstützte Reporting-Prozesse für internationale Konzerne.

  • Idealerweise erfolgt das Reporting aus einer zentralen Applikation und aus einem gemeinsamen Datenpool heraus.
  • Mit einer zentralen Service Unit können Prozesskosten und das wirtschaftliche und juristische Risiko fehlerhafter Meldungen reduziert werden.
  • Gut strukturierte Software, die von vornherein auf Erweiterbarkeit ausgelegt ist, erlaubt es mit geringem Aufwand zukünftige Meldeabkommen abzubilden.

Kostenersparnisse für große Finanzinstitute mit multinationaler Präsenz:

Neben der Implementierung einheitlicher Standards und Software sollte auch die Implementierung von CRS-Reporting als konzernweites Shared Service in Betracht gezogen werden. Großkonzerne haben normalerweise Hunderte von Mandanten, die als „Foreign Financial Institution“ für FATCA oder als „Reporting Financial Institution“ für CRS fungieren. Für ein zentrales Service benötigt man Softwarelösungen, die Daten mehrerer Finanzinstitute zwar gleichzeitig verarbeiten, jedoch strikt getrennt halten können.

Halbautomatische und manuelle Lösungen für kleinere Institute:

Oftmals stehen internationale Konzerne mit lokalen Tochtergesellschaften mit geringem Geschäftsvolumen teuren IT-Implementierungsprojekten kritisch gegenüber. Daher entscheiden sie sich für eine zentralisierte/automatisierte Lösung für ihre Hauptgeschäftsbereiche und eine manuelle Lösung für kleinere Niederlassungen.

Dies gilt auch für Finanzinstitute mit einem hauptsächlich inländischen Kundenstock, für die ein manueller Ansatz für FATCA-Reporting oftmals praktikabler ist. Die Verwendung zumindest einer teilweise automatischen Lösung ist jedoch erwägenswert, insbesondere angesichts der voraussichtlich größeren Zahl von Konten, die unter CRS zu berichten sind.

i:Reg – unsere Lösung für internationale Reportinganforderungen:

„Eine zukünftige Lösung für die Einhaltung der Meldepflichten von ausländischen Kunden hängt stark von der Art der mit solchen Kunden durchgeführten Geschäfte ab“, meint Rupert Brandstetter, Produktmanager für i:Reg bei SDS. „Unsere Lösung ist auf die Anforderungen von großen Konzernen und Serviceanbietern ausgelegt und umfasst auch den Einsatz in kleineren Niederlassungen. Uns war es ein großes Anliegen, dass i:Reg vom Benutzer an viele Rechtsräume angepasst werden kann, und mit dem Conversion Wizard Meldungen flexibel in den verschiedensten Formaten erzeugt werden können“, fügt Rupert Brandstetter hinzu.

In den letzten zwei Jahren hat sich i:Reg rasant weiterentwickelt. Nach der Implementierung von FATCA hat unser Team schon mit der Planung von UK FATCA und OECD CRS begonnen. Das flexible Design von i:Reg machte es möglich, dass alle gesetzlichen Änderungen schnell und zuverlässig abgedeckt werden konnten. „FATCA und CRS unterliegen ständigem Wandel und wir sind sehr stolz darauf, dass unsere Lösung immer topaktuell ist und die neuesten Anforderungen miteinbezieht“, fügt Martin Mejzlik, Projektmanager bei SDS, hinzu. Es gibt für UK FATCA und CRS noch viel zu tun, aber unsere Kunden können sicher sein, dass die Anforderungen zeitgerecht abgedeckt werden und sie eine vielseitige, kostengünstige und zuverlässige Lösung bekommen.